Flughafen

Narrowboating auf dem Union Canal in Schottland

06.05.2017


Frühes Aufstehen fällt ja bekanntlich schwer, aber wenn es in den Urlaub geht, ist das meist anders. Mit der Regionalbahn geht es von der City West nach Schönefeld, zum gleichnamigen Flughafen. Die Fahrt, der lange Weg vom Bahnhof bis zum Terminal (gefühlte 2 Kilometer) und das Einchecken, dauert länger als der eigentliche Flug.

Glücklich in Edinburgh gelandet, ging die Einreise auf der Insel mit dem neuen digitalen EU Pass deutlich schneller, da man mehrere separate Durchgangsschleusen nutzen konnte. Nachdem wir unser Gepäck in Empfang genommen hatten, schauten wir uns in der Empfangshalle vergeblich nach unserem Shuttle-Service um. Diesen hatten wir bereits im Vorfeld gebucht, da unser Zeitfenster sehr eng war. Der Kollege outete sich aber erst durch sein Handyklingeln, als Dirk ihn anrief. Von da an ging es aber sehr professionell und herzlich zu. John unser Fahrer, von Elite Central Travel, brachte uns sicher in seiner Großraumlimousine nach Falkirk. Auf der Fahrt erzählte er uns eine Menge über Schottland und dessen Geschichte. Natürlich war auch unsere Lieblingsserie „Outlander“ ein Gesprächsthema.


In Falkirk angekommen, konnten wir nach kurzer Zeit direkt auf „unser“ Boot für die kommende Woche. Die „Kimberley“ von Marine Cruises, ist ein typisches Narrowboat, fast 2 mal 2 Meter in Höhe und Breite, dafür aber ewig lang. Es hat Platz für bis zu 13 Tagesgästen und Schlafplätze für bis zu 6 Personen und ist mit allem Komfort ausgestattet. Es gibt eine komplett eingerichtete Küche, mit Gasherd, Backofen und Kühlschrank; 2 Bäder (eins mit Dusche). Im „Wohnzimmer“ gibt es einen Fernseher mit DVD Player. Des Weiteren gibt es zwei separate Alkoven zum Schlafen, durch Einbauschränke abgetrennt, deren Türen gleichzeitig Räume trennen.

Als Erstes gab es aber durch Jim eine Einweisung zum Boot. Da man ja eine Woche unterwegs ist, muss man es natürlich auch beherrschen. Er erklärte uns alle technischen Dinge zum Fahren, aber natürlich auch die Handhabung – vom Fernseher bis zur Dusche und natürlich auch, wo wir das Trinkwasser einfüllen können. Obwohl es ja nicht unsere erste Narrowboat Tour war, ist doch jedes Boot etwas anders aufgebaut. Und nun ging es los…


Kimberley

Immer noch mit Jim unserem Einweiser an Bord, der uns letzte praktische Tipps gab, ging es durch eine kleine Drehbrücke und zur ersten Schleuse. Am Falkirk Wheel wurden wir schon erwartet, da man dort vorher buchen muss, um mit dem weltweit einzigen rotierenden Schiffsfahrstuhl transportiert zu werden. Dabei werden kreiselartig 35 Höhenmeter überwunden. Da die Schleusenarbeiter von „Scotish Waterways“ Feierabend machen wollten, ging es zügig weiter durch den Rough Castle Tunnel, um nach einer Linkskurve in die erste der beiden Top Locks (Schleuse) einzufahren. Hier geht es insgesamt noch mal 11 Meter hinauf, bis dann der Union Canal erreicht wird, den wir in den nächsten Tagen bis Edinburgh fahren wollen.



An dieser Stelle ein paar interessante Fakten über den Kanal. Er wurde 1822 eröffnet, um hauptsächlich Kohle und Baumaterialien nach Edinburgh zu transportieren. Durch den Bau der Eisenbahnlinie, wurde der knapp 50km lange Kanal bereits seit 1848 nicht mehr für den Güterverkehr benötigt. Im Jahre 1930 wurde die Schleusentreppe in Falkirk abgebrochen und 1965 wurde er komplett aufgegeben. Erst in den 1990er Jahren begann ein Umdenken und seit 2002, nach dem Bau des Falkirk Wheel, ist der „Union Canal“ wieder komplett befahrbar und wird hauptsächlich touristisch genutzt.

Und genau das war unser Plan für die Woche. Während Dirk dem Mac die ersten Fahrstunden gab, verstauten Katja und René das Gepäck. Unser Plan bestand darin, noch ca. 6 Kilometer bis zum nächsten Tesco Supermarkt zu fahren, da wir ja noch Proviant für die nächsten Tage brauchten. Dabei passierten wir noch den 633m langen Falkirk Tunnel. Nach unserem erfolgreichen Einkauf und Abendessen, verbrachten wir unsere erste Nacht in den schottischen Lowlands zwischen Glasgow und Edinburgh.


ReDi Fotografie

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